Mit Vollgas voran | Immer weiter machen bis Ihr Körper und Ihre Seele streikt



Kennen Sie das?

 

Sie stehen morgens um 5.00 Uhr auf? Sie machen Frühstück für die gesamte Familie, Brote schmieren, alles für den Tag herrichten. Evtl. trinken Sie noch einen Kaffee im Stehen oder sogar beim Laufen auf dem Weg ins Bad, um sich anzuziehen und sind gedanklich schon auf der Arbeit?

 

Sie steigen ins Auto, in die Bahn oder Bus; aber wo sind wir mit unseren Gedanken? Überall und nirgendwo. Das Gedankenkino lässt grüßen!

 

Wie geht es dann weiter? Sie haben einen Termin mit Herrn Sowienoch, dann müssen sie in die nächste Besprechung um 10:00 Uhr. Sie haben sich weder eingelesen noch vorbereitet? Das macht die Situation nicht gerade entspannter.

 

Dies sind Abläufe, die routiniert und alltäglich ablaufen. Das kennt jeder von uns.

Wir machen uns keine Gedanken mehr darüber, weil jeder Tag gleicht dem anderen, das ist eben unser Alltag.

 

Weiter geht's im Geschehen: Einkäufe am Nachmittag – nach getaner Arbeit. Und wieder einmal Gedankenkino!

Was mache ich zum Abendessen? Ach ja, ich muss noch zum Arzt ein Rezept abholen, rasch in der Apotheke vorbei schauen, weil ich sollte ja noch mein Medikament abholen. Und das kann ich gleich in einem Aufwasch verbinden. Auf die Bank, Geld abheben, dann noch ganz schnell einkaufen, weil – dann brauche ich das morgen nicht mehr machen und kann direkt, wenn ich von der Arbeit komme, im Haushalt weiter machen, weil…. Und dann…ach ja….

 

Gedanken über Gedanken , die in einer solchen Situation nicht hilfreich sind.

Im Gegenteil, denn diese tragen noch zusätzlich zum Stress bei. Denn dann wird die Geschichte erst richtig groß.

 

Es sind altbekannte Muster, die jeder von uns kennt und jeden Tag aufs Neue erlebt. Ein Termin jagt den anderen und das ist noch nicht genug. Wir rennen und hetzen den ganzen Tag umher.

 

Ein kleine Anmerkung von mir persönlich:

Mir selbst wird schwindelig – wenn ich diese Zeilen lese - geschweige denn hier in diesem Moment niederschreibe. Und glauben Sie mir, das waren auch meine alten Muster und ich tappe noch manchmal hinein.

 

Weshalb ist das so?

Wir haben irgendwann mal gelernt, zu  "funktionieren". Zumindest die meisten von uns. Alles wird nach bestem Ermessen geregelt und wir funktionieren perfekt in unserer Gesellschaft. Wir hinterfragen das alles nicht, wir merken nur irgendwann – dass unser Rücken schmerzt, die Muskulatur von Nacken und Schultern sich verspannt zusammenzieht und dass wir in einer gewissen Art und Weise „lahm gelegt“ werden.

 

Wir hören auf zu funktionieren und meist zeigt uns dann unser Körper irgendwann die ersten Warnzeichen.

Psychosomatische Symptome lassen uns aufmerksam werden – "STOPP!

Da stimmt etwas nicht mir dir!"  Denn immer nur mit 130 km/h und mehr unterwegs sein, lässt uns irgendwann ermüden. Denn 100% ist ja schon mehr als genug! Und trotzdem wollen wir alle noch besser und schneller sein.

 

Wer von uns kommt schon auf die Idee, dass es der alltägliche Stress sein könnte, der uns zur Ruhe zwingt.

 

Es ist eine Frage der Zeit, bis unser Psyche sich meldet. Z.B. sind wir erschöpft, schlafen auf einmal schlechter oder wachen mitten in der Nacht auf, sind freudlos bzw. unsere Aufmerksamkeit lässt zu wünschen übrig - es fällt uns vermehrt schwer unser Tun im Alltag weiter in gewohnter Form aufrecht zu erhalten.

 

Wir haben möglicherweise zu nichts mehr Lust und sind abends – wenn wir dann mal auf der Couch liegen – nur noch k.o. und müde und für die Allgemeinheit nicht mehr ansprechbar.

 

Spätestens dann merken wir – da stimmt etwas nicht mit mir!

 

Hier ist es wichtig, ein STOP zu setzen, die Bremse bewusst zu ziehen.

Halbes Tempo wäre auch eine Möglichkeit. Sich ein Limit setzen. Schneckentempo - Nein danke! Aber bewusst langsamer „on Tour“ zu gehen – eben mit "Tempo 30 oder Schrittgeschwindigkeit" sich im Alltag zu bewegen.

 

Achtsamkeit für sich selbst zu gewinnen, bewusst mal eine ganz andere Richtung einschlagen. Den Blickwinkel zu verändern oder zu erweitern.

 

Ein Anfang könnte hier sein, um bei meinem Beispiel zu bleiben:

Nach dem Aufstehen erst einmal 15 Minuten in aller Ruhe einen Kaffee zu trinken, am allerliebsten noch im Schlafanzug und dafür ruhig etwas früher aufzustehen. Den Tag eben so zu starten und Schluck für Schluck den Wachmacher zu genießen.

 

Gestalten Sie sich doch Ihren Alltag mal ganz anders! Und das ganz bewusst. Probieren Sie es einfach! Ich sage Ihnen aus Erfahrung, das ist eine spannende Geschichte. Denn nicht nur Sie werden verblüfft sein, was es mit Ihnen macht, alle anderen in Ihrem Umfeld werden bemerken, wenn Sie Ihre Gewohnheiten verändern und die Abfolgen andere sind als tags zuvor. Das kann sogar richtig Spaß machen! Und was gibt es besseres - als den Tag so zu starten :)

 

Weitere Möglichkeiten gibt es, wenn Sie dann doch mal wieder auf 130 und mehr sein sollten: Hier könnte folgendes direkte Hilfe zur Selbsthilfe geben - wie z.B. ganz bewusstes Ein- und Ausatmen, sich wahrnehmen und den Körper spüren.

Oder Sie zählen gedanklich von 20 auf 0 runter, das ist wirklich nicht einfach. Versuchen Sie es! Ich sage Ihnen, Ihre automatischen Gedanken kommen und gehen - und schon fangen Sie wieder bei 20 an. Geben Sie nicht auf, denn es ist für Sie!

 

Anfangen statt Perfektionismus. Denn ein kleiner Schritt kann ein ganz großer Schritt zu mehr Bewusstheit werden.

 

Sie möchten mehr über Entspannungsmethoden oder den X Prozess wissen, andere gute und effektive Methoden um dem Alltag mal anders zu begegnen?

Dann lesen Sie meine Artikel im Extras | Blog oder weiter interessante Videos, mp3 zu mehr Achtsamkeit und Bewusstheit im Alltag - hier ebenfalls auf meiner Seite.

 

Fangen Sie an. Viel Erfolg bei all Ihrem Tun. Lassen Sie es sich gut gehen.

Ihre Kerstin Zirpel von AngstfreiAtmen

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